Freiburger Bündnis EINE SCHULE FÜR ALLE
Artikel im Amtsblatt vom 12.03.2010
128 Menschen unterzeichneten am Samstag, den 6. März, in den Räumen der Lebenshilfe Freiburg e.V. das Gründungspapier des Freiburger Bündnisses EINE SCHULE FÜR ALLE. Über 30 Gruppen, Vereine, Initiativen und Institutionen waren dabei: vom Archiv der Zukunft über den AK Bildung der Grünen, Bildung neu denken e.V., die Fördergesellschaft der Handwerkskammer, den Gesamtelternbeirat, die GEW, den Migrantenbeirat, Junges Freiburg, den Ring der Körperbehinderten, Schule mit Zukunft e.V. bis hin zum Stadttheater – um nur einige zu nennen. All diese verschiedenen Menschen und Initiativen eint, dass sie eine andere Schule wollen: eine Schule, die integriert und nicht separiert, in der länger gemeinsam gelernt und kein Kind ausgesondert wird – egal, ob mit Handicap, hochbegabt oder hyperaktiv.
Petra Hoja, Rolf Wiehe und Birgit Woelki
Edith Sitzmann
Kongress „Länger gemeinsam lernen in Freiburg“
Genau vier Monate vorher, am 7. November 2009, hatten die Freiburger Grünen zur Fachtagung „Länger gemeinsam lernen“ eingeladen, die auf großes Interesse gestoßen war. 130 Interessierte diskutierten damals in verschiedenen Arbeitsgruppen, wie man eine Modellschule in Freiburg auf den Weg bringen kann. In der Folge befasste sich ein Kreis von Interessierten in zahlreichen Arbeitstreffen mit pädagogisch-konzeptionellen, politischen und strukturellen Fragen einer Schulgründung.
Offener Prozess
An der konkreten Ausgestaltung dieser öffentlichen, inklusiven Modellschule wird in den nächsten Monaten gearbeitet. Es werden Arbeitsgruppen zum pädagogischen Konzept, zu rechtlichen Fragen und zur Finanzierung eingerichtet sowie ein Konzept für Öffentlichkeitsarbeit entwickelt.
Lioba Grammelspacher
Berthold Krieger und Birgit Woelki
Auszug aus dem Gründungspapier vom 6. März 2010:
Auch in Freiburg wird es Zeit für ‚Eine Schule für Alle’. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, eine öffentliche, inklusive Schule zu gründen, in der alle Kinder und Jugendlichen länger gemeinsam lernen.
Unsere EINE SCHULE FÜR ALLE ist eine Ganztagesschule,
- die Verschiedenheit respektiert und Vielfalt bejaht,
- in der kein Kind zurückgelassen wird,
- in der kein Kind früh „sortiert“ oder ausgesondert wird,
- in der alle, wirklich alle Kinder bis zum Ende der 10. Klasse gemeinsam lernen,
- • die allen Kindern und Jugendlichen die bestmögliche individuelle Förderung zukommen lässt,
- die es versteht, das individuelle Leistungsvermögen sowohl der Starken als auch der Schwächeren zu fördern, ohne dabei gegenseitige Achtung und die Fähigkeit zur Zusammenarbeit zu gefährden,
- die jedes einzelne Mädchen und jeden einzelnen Jungen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützt, ermutigt und dafür sorgt, dass beim miteinander und voneinander Lernen individuelle Fähigkeiten und soziale Kompetenzen optimal gefördert werden können,
- die den Anforderungen der modernen Wissensgesellschaft gerecht wird,
- in der als einer demokratischen Schule alle gemeinsam das Lernen gestalten und Verantwortung für das Zusammenleben übernehmen,
- in der Kinder und Jugendliche gern leben und lernen.
Pia Federer
Simone Ariane Pflaum
Wie geht es weiter?
Das nächste Treffen findet am Mittwoch, den 17. März, um 19 Uhr in den Räumen der Gertrud-Luckner-Gewerbeschule, Außenstelle Kirchstraße, statt. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.
Am Mittwoch, den 5. Mai, um 19 Uhr, findet die 2. Vollversammlung des Freiburger Bündnisses "Eine Schule für Alle" im Werkspielhaus der Staudinger-Gesamtschule, Staudingerstr. 10, statt. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.
(Fotos: Berthold Krieger)