Platz der Alten Synagoge: Bäume statt Platzhaus
Pressemitteilung vom 15.07.2010
Zusätzliche Schattenbäume in Randbereichen
Prüfung temporärer Wasserspiele
Aktualisiertes Klimagutachten
Die von den GRÜNEN bei der Gestaltung des Platzes der Alten Synagoge angestoßene Klimadebatte und die geforderte Hinzuziehung weltweit anerkannter Freiburger Stadtklimatologen beginnt Wirkung zu zeigen.
Nach der von GRÜNEN und anderen Fraktionen beantragten Absetzung des Themas von der Gemeinderatssitzung am 6. Juli, hat uns die gestrige nicht-öffentliche gemeinsame Sitzung des Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschusses darin bestärkt, dass der klimawandelgerechten Gestaltung des künftig zweitgrößten städtischen Platzes in Freiburg weit größere Beachtung als bislang zukommen muss.
Foto: Helmut Thoma
Hier soll das Platzhaus stehen ...
In Anbetracht der für Städte wie Freiburg prognostizierten – sowohl in Intensität wie Zeitdauer – zunehmenden Hitzeperioden, werden wir bei der Weiterentwicklung des preisgekrönten Siegerentwurfes deshalb dafür eintreten, folgende Punkte zur Verbesserung der thermischen Situation und zur Schaffung von mehr Aufenthaltsqualität umzusetzen:
- Verzicht auf das vorgesehene Platzhaus mit großem Vordach aber unklarer Nutzung, stattdessen Erhalt der bestehenden Platanen und Neuanpflanzung von Laubbäumen beidseits der Bertoldstraße – dadurch Schaffung eines grünen Boulevards im nördlichen Platzbereich als Platzabschluss und als Teil der Fußgängerachse Bahnhof-Bertoldsbrunnen, mit attraktiven, im Sommer schattigen Aufenthaltsbereichen für PassantInnen, Ruhebedürftige und „Platzgucker“
- Größtmöglicher Erhalt des heute vorhandenen Baumbestands sowie weitere Baumpflanzungen in den Randbereichen zu den Kollegiengebäuden I und II, was im Sommer ein zusätzliches Angebot an schattigen Aufenthaltsbereichen schafft
- Prüfung der Installation temporärer, d.h. bei Bedarf zu aktivierender Wasserspiele in den unbeschatteten steinernen Platzbereichen, jedoch ohne oberirdische Einbauten, die eine flexible Platznutzung stören könnten. Dies ermöglicht eine zusätzliche Abkühlung an Hitzetagen und bietet eine Attraktion, nicht nur für Kinder (s.a. Zentrum Oberwiehre; Maria-Rudloff-Platz im Rieselfeld)
Zusätzlich muss eine Aktualisierung und Überarbeitung des bisherigen Klimagutachtens unter Einbeziehung der vorgenannten Optimierungsmaßnahmen und unter Zugrundelegung der in den nächsten Jahrzehnten zu erwartenden Klimaveränderungen erfolgen. Dabei sind die fachlich-methodischen Empfehlungen des Leiters des Meteorologischen Instituts der Uni Freiburg und weltweit anerkannten Experten im Bereich der angewandten Stadtklimatologie, Prof. Dr. Mayer, zu berücksichtigen.
Die anschließende öffentliche BürgerInnenbeteiligung und die Anhörung spezifischer Zielgruppen muss auf dieser neuen Grundlage erfolgen. Die endgültige Entscheidung des Gemeinderats über die konkrete Platzgestaltung hat nach Darstellung und Diskussion der Ergebnisse aus dieser erweiterten BürgerInnenbeteiligung zu erfolgen.
Für die kommende Gemeinderatssitzung am 27. Juli 2010, in der das Thema erneut auf der Tagesordnung steht, werden wir entsprechende Ergänzungsanträge formulieren und die anderen Fraktionen zu einer gemeinsamen Antragstellung einladen.