Antrag auf Ausstieg aus dem Atomstrom bei badenova
Kategorie: KlimaschutzAntrag von JF/Grüne vom 14.03.2011
Ausstieg aus dem Atomstrom bei badenova
hier: Antrag zur Tagesordnung der Sitzung des Aufsichtsrates am 07.04.2011
Sehr geehrter Herr badenova-Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Salomon,
sehr geehrter Herr badenova-Vorstandsvorsitzender Dr. Radensleben,
die tragischen und noch immer nicht absehbaren Entwicklungen in Japan
als Folge des verheerenden Erdbebens haben erneut mit erschreckender
Deutlichkeit klargemacht, dass die Nutzung der Atomenergie auch in einem
hochentwickelten Industriestaat und bei allen denkbaren
Sicherheitsvorkehrungen unkalkulierbare Risiken birgt und technisch
nicht beherrschbar ist. Ein länger andauernder Weiterbetrieb von
Atomkraftwerken, insbesondere von technisch überholten Altanlagen, ist
aus unserer Sicht nicht verantwortbar, weshalb ein schnellstmöglicher
Ausstieg aus der Atomenergie für uns zwingend ist.
Wir anerkennen und unterstützen den von badenova eingeschlagenen Weg
einer ökologischen Umstrukturierung und nachhaltigen Ausrichtung der
gesamten Unternehmensstrategie. Angesichts der katastrophalen Ereignisse
in den vom Erdbeben betroffenen japanischen Atomkraftwerken und dem dort
drohenden Super-GAU sind wir jedoch der Auffassung, dass das Tempo der
ökologischen Neuausrichtung beschleunigt werden muss. Dies betrifft
insbesondere den Verzicht auf den Bezug und Vertrieb von Atomstrom im
Sondervertragskundenbereich sowie die Eigenproduktion von Strom in
regenerativen Energieerzeugungsanlagen bzw. in Anlagen der
Kraft-Wärme-Kopplung als Übergangstechnologie.
Sehr geehrter Herr Aufsichtsratsvorsitzender, sehr geehrter Herr
Vorstandsvorsitzender, als Mitglied des Aufsichtsrates von badenova
bitte ich darum, in der kommenden Sitzung des Aufsichtsrates am 07.
April 2011 diese beiden Themen in der Tagesordnung zu berücksichtigen.
Konkret soll es darum gehen, für beide Bereiche eine offensive Strategie
des Unternehmens aufzuzeigen, um einerseits einen schnellstmöglichen
Ausstieg aus der Atomenergie (nicht erst ab dem Jahr 2015) zu erreichen,
andererseits den Anteil an eigenerzeugtem Ökostrom v.a. durch Einsatz
der KWK sowie die breite Anwendung von Blockheizkraftwerken sowohl im
eigenen Bereich als auch bei privaten Dritten (z.B. mit nachwachsenden
Rohstoffen als Brennstoff) deutlich zu steigern.
Ich bin mir sicher, dass ein solches Vorgehen die Glaubwürdigkeit von
badenova bei den Kundinnen und in der gesamten Bevölkerung nachdrücklich
stärken und zu einem künftigen wirtschaftlichen Erfolg beitragen würde.
Sollte aus Sicht des Aufsichtsratsvorsitzenden wider Erwarten ein
formeller Antrag zur Berücksichtigung der angesprochenen Punkte auf der
Tagesordnung der kommenden Aufsichtsratssitzung erforderlich sein,
bitten ich um unverzügliche Rückmeldung, um die dann erforderliche
Unterstützung weiterer Aufsichtsratsmitglieder einholen zu können.
Mit freundlichen Grüßen
Eckart Friebis
Mitglied des Aufsichtsrates
Stadtrat JF/DIE GRÜNEN





