Eine Schule für alle
Kategorie: Kinder + BildungPressemitteilung von 20.10.2011
Grünes Licht: am 18. Oktober 2011 hat der Gemeinderat mit großer Mehrheit beschlossen, dass in Freiburg eine Gemeinschaftsschule eingerichtet werden kann. In dieser Schule sollen alle Kinder länger gemeinsam lernen.
Warum?
Gegenfrage: Können wir Kindern wirklich zumuten, sich im Alter von neun Jahren für Hauptschule, Realschule oder Gymnasium zu entscheiden? In der 4. Klasse sollen die Weichen für die berufliche Zukunft gestellt werden. In anderen Ländern bleiben dagegen die Kinder bis zum 15. Lebensjahr zusammen – der Pisa-Sieger Finnland macht es vor. Eine Bürgerinitiative setzt sich deshalb seit über einem Jahr für eine Freiburger Gemeinschaftsschule ein. Wir Grüne haben mit dem Bildungskongress „Eine Schule für alle“ im November 2009 den Anstoß dazu gegeben.
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Eine Schule für alle
Im Freiburger Bündnis eine Schule für alle haben sich 350 Menschen und 36 Vereine, Gruppen, Initiativen und Institutionen zusammengeschlossen. Ihr gemeinsames Ziel ist der Aufbau einer staatlichen inklusiven Gemeinschaftsschule in Freiburg. Diese Schule bietet individuelle Förderung und kooperatives Lernen. Sie ist offen für alle Kinder und Jugendlichen und sortiert nicht nach unterschiedlichen Begabungen, Handicaps oder sozialer Herkunft. Sie nutzt diese Vielfalt für eine inklusive Pädagogik und längeres gemeinsames Lernen.
Bei der Gründungsversammlung am 6. März 2010 unterzeichneten viele Gruppen die Gründungsurkunde: vom Archiv der Zukunft und den AK Bildung der Grünen über Bildung neu denken und den Paritätischen, den deutschen Familienverband, die Fördergesellschaft der Handwerkskammer, den Gesamtelternbeirat, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, den Migrantenbeirat bis hin zum Theater Freiburg. Alle diese verschiedenen Initiativen eint, dass sie eine Schule wollen, die integriert und nicht separiert, in der länger gemeinsam gelernt und kein Kind ausgesondert wird.
Konzept
Das Konzept der inklusiven Gemeinschaftsschule sieht eine pädagogische Einheit vor, die mit Krippe und Kindergarten beginnt , in altersgemischten Lerngruppen in der Grundschule und der Sekundarstufe I fortgesetzt wird und eine gymnasiale Oberstufe anbietet. Alle Schulabschlüsse sollen möglich sein. Es soll eine inklusive Ganztagsschule sein, in der die Kinder und Jugendlichen in ihrer natürlichen Vielfalt gemeinsam unterrichtet werden – von lernschwach bis hochbegabt, mit Handicap oder ohne, aus bildungsfernen oder bildungsnahen Schichten, mit oder ohne Migrationshintergrund. Die Unterschiedlichkeit der Kinder wird als Gewinn gesehen und die Einzigartigkeit jedes Kindes geachtet.
Umsetzung
Die neue Baden-Württembergische Landesregierung unterstützt die Entwicklung von Gemeinschaftsschulen und wird sie 2012 im Schulgesetz verankern. Bis dahin werden auch die Rahmenbedingungen geklärt sein. Ein gutes pädagogisches Konzept ist die Grundvoraussetzung für eine Gemeinschaftsschule. In Freiburg haben schon einige Schulen Interesse signalisiert. Der Grundsatzbeschluss des Freiburger Gemeinderats ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer Schule der Zukunft.





