Anfrage zum “grünen” Asphalt
Kategorie: FinanzenAnfrage von JF/Grüne vom 11.01.2011
“Grüner” Asphalt in der Green City Freiburg?
h i e r : Fraktionsanfrage nach § 24 Abs. 4 GemO zu Sachthemen außerhalb von Sitzungen
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
landauf, landab und auch in Freiburg wird derzeit über den teilweise katastrophalen Zustand der Straßen als Folge des Wintereinbruchs öffentlich diskutiert und die Kommunen klagen über die absehbar hohen finanziellen Belastungen angesichts der unvermeidlich anstehenden Sanierungsarbeiten.
Gleichzeitig berichten diverse Medien über eine bevorstehende „Asphaltrevolution“ durch die Verwendung von nahezu vollständig recyceltem Öko-Asphalt bei der Straßensanierung. Damit könnten nicht nur aus ökologischer Sicht Ressourcen geschont sondern auch in finanzieller Hinsicht bis zu 30% Kosten gegenüber konventioneller Vorgehensweise einspart werden.
Möglich wird dies durch eine sorgfältige Trennung der Deckschichten beim Abfräsen der alten Asphaltbeläge und eine anschließende neuartige Aufbereitung des Altmaterials mit einem Öl-Wachs-Gemisch als Additiv. Auf neuen Asphalt, der aus dem Bindemittel Bitumen, einem Rückstand aus der Erdölaufbereitung sowie aus Sand und Splitt besteht, kann so verzichtet werden – zugunsten der Umwelt und der Haushaltskasse der klammen Kommunen.
Darüber hinaus soll der neue „grüne“ Asphalt auch noch bei niedrigeren Temperaturen aufgebracht werden können und deutlich standfester sein als die bisherigen Rezepturen.
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, angesichts dieser äußerst optimistischen Medienberichterstattung würden wir Sie bitten, die beschriebene Technik und deren möglichen Einsatz auch auf Freiburgs Straßen durch die zuständigen städtischen Fachämter prüfen zu lassen. Wir selbst sehen uns mangels ausreichenden technischen Sachverstandes kaum in der Lage, die Seriosität und die beschriebenen positiven Effekte dieser Innovation fundiert einschätzen zu können.
Dabei wäre selbstverständlich auch zu klären, ob die gültigen technischen Regelwerke einen Einsatz der neuen Technik bereits zulassen oder ob ggf. über Sondergenehmigungen oder Pilotprojekte eine Erprobung möglich wäre.
Den Prüfergebnissen des zuständigen Garten- und Tiefbauamtes sehen wir mit Interesse entgegen – könnte doch die Anwendung der beschriebenen neuen Technik nicht nur zu positiven ökologischen Auswirkungen sondern auch zu deutlichen Einsparungen für die Stadtkasse führen.
Mit freundlichen Grüßen
Für die Fraktion JF/DIE GRÜNEN
gez. Gerhard Frey
stv. Fraktionsvorsitzender
Eckart Friebis
Stadtrat





