12. März 2011

Nach dem AKW-GAU in Japan: Atomausstieg sofort

Kategorie: Klimaschutz

Pressemitteilung vom 12.03.2011


Abschalten von Fessenheim

Kein Atomstrom mehr bei badenova

Erneuerbare Energien in Freiburg ausbauen

Rote Karte für schwarzgelbe Atomlobby in Stuttgart


Angesichts der offensichtlich bereits eingesetzten Kernschmelze im AKW Fukushima 1 als direkte Folge des tragischen Erdbebens vor der japanischen Küste und den dadurch möglicherweise drohenden katastrophalen Konsequenzen für Mensch und Umwelt fordert die Fraktion JF/DIE GRÜNEN eine verschärfte Gangart beim Ausstieg aus der Atomenergie:

„Auf Bundesebene muss anstelle der unsäglichen Verlängerung der AKW-Laufzeiten, wie sie von der schwarz-gelben Bundesregierung gegen den klaren Mehrheitswillen der Bevölkerung und gegen den erbitterten Widerstand der GRÜNEN beschlossen wurde, ein schnellstmöglicher Ausstieg aus der unverantwortbaren Nutzung der Atomenergie treten“, so Fraktionsvorsitzende Maria Viethen. „Zeigt doch die sich möglicherwiese anbahnende Katastrophe in Japan erneut in erschreckender Deutlichkeit, dass – trotz aller anhaltenden Beschwichtigungsversuche von CDU und FDP und deren stereotypen Verweisen auf die angebliche Sicherheit der AKWs in den führenden Industriestaaten – die Atomtechnologie keinesfalls beherrschbar ist. Was schon der tragische Unfall vor 25 Jahren in Tschernobyl, mehrere Fast-Katastrophen sowie hunderte – bislang glücklicherweise meist glimpflich verlaufene – Störfälle bei Atomkraftwerken in allen Teilen der Welt gezeigt haben.“

Auch auf lokaler und regionaler Ebene müssen deshalb nach Auffassung von JF/DIE GRÜNEN verstärkt alle Möglichkeiten ergriffen werden, um das Ziel eines vollständigen Atomenergieausstieges schnellstmöglich zu erreichen.

Stadtrat und Badenova-Aufsichtsrat Eckart Friebis: „Statt erst im Jahre 2015 vollständig aus dem Bezug und Vertrieb von Atomstrom auszusteigen, muss dieser Ausstieg jetzt beschleunigt werden, was wir in der nächsten Aufsichtsratssitzung einfordern werden. Gleichzeitig erwarten wir von den Noch-Beziehern von Atomstrom aus Gewerbe und Industrie, dass sie jetzt umgehend auf die garantiert atomstromfreien und zertifizierten Ökostromtarife Business-Öko umsteigen, die badenova seit einigen Monaten für Groß- und Sondervertragskunden zu attraktiven Konditionen anbietet.“

Und auch die Stadt Freiburg müsse zusätzliche Anstrengungen unternehmen, um durch den Ausbau erneuerbarer Energien sowie der Übergangstechnologie der effizienten Kraft-Wärme-Kopplung den Atomstrom aus den den Netzen zu verdrängen und überflüssig zu machen:
„Wir werden in unserer Fraktionssitzung nächste Woche über geeignete Haushaltsanträge diskutieren, um die CO2-neutralen regenerativen Energien in Freiburg sowie die breite Anwendung von umweltfreundlichen Blockheizkraftwerken noch schneller als bislang vorgesehen voran zu bringen“, so Gerhard Frey, Fraktionsvize.

„Und wir müssen weiterhin alle uns zur Verfügung stehenden politischen Mittel nutzen, damit das marode AKW in Fessenheim so schnell wie möglich abgeschaltet wird, ist es doch weder gegen den Absturz von Großflugzeugen noch gegen starke Erdbeben, die im tektonisch instabilen Oberrheingraben jederzeit eintreten können, gesichert“, sagt Edith Sitzmann, Stadträtin und Mitglied des gemeinderätlichen Umweltausschusses.

Im Hinblick auf die bevorstehende Landtagswahl meint Sitzmann, die auch seit vielen Jahren Landtagsabgeordnete ist und erneut im Wahlkreis Freiburg-West für den Stuttgarter Landtag kandidiert: „Wir sind uns sicher, dass die Bevölkerung dem ausgewiesenen Atomlobbyisten Stefan Mappus samt seiner schwarzgelben Regierung, die beide ja wesentliche Antreiber bei der Verlängerung der AKW-Laufzeiten waren, in vierzehn Tagen die rote Karte zeigen wird.“