27. Juli 2011

Neubauvorhaben Zähringen: König im Nebel?

Kategorie: Wohnen + Leben

Pressemitteilung vom 22.07.2011


Mit grüner Hilfe bereits erhebliche Verbesserungen und mehr Bürgerbeteiligung erreicht


Lt. BZ-Bericht von heute lehnt die FDP-Gemeinderatsfraktion die geplanten „massiven Bebauungspläne“ in Zähringen strikt ab und FDP-Stadträtin König wird mit der Aussage zitiert, dass es nicht sein dürfe „dass die Grünen mit ihrer Baupolitik ganze Stadtteile verändern.“

„Die FDP-Kollegin weiß offensichtlich wieder einmal nicht, wovon sie redet“, so die etwas verwunderte Reaktion von Stadtrat und Bauausschussmitglied Eckart Friebis.

Waren es doch gerade die GRÜNEN, die das bisherige Verfahren der Bauverwaltung beim Großprojekt „Zähringer Turm“, das noch vom ehemaligen Baureferenten Schröder-Klings verantwortet wurde, von Anfang an heftig kritisierten. Hatte doch die Verwaltung rund zwei Jahre lang mit einem Investor verhandelt, ohne je Gemeinderat und Bürgerschaft über nähere Details zu informieren, um diese dann zum Jahreswechsel mit fertigen und vorgeblich endverhandelten Ergebnissen vor quasi vollendete Tatsachen zu stellen.

Schon damals hatten die GRÜNEN stattdessen für einen städtebaulichen Wettbewerb plädiert, was jedoch wg. der weit fortgeschrittenen Planungen – zumindest beim westlichen Teilprojekt – nicht mehr zum Zuge kam. Beim östlichen Teil zwischen Bürgerhaus bis hin zu den Sport- und Tennisflächen südlich der Hinterkirchstraße hat die Verwaltung zwischenzeitlich die Erarbeitung eines Rahmenkonzeptes an ein externes Fachbüro vergeben, was den Vorstellungen der GRÜNEN zumindest ansatzweise entgegen kommt. Die Ergebnisse dieses Rahmenplans werden im Bauausschuss und mit der Bürgerschaft diskutiert, bevor danach einzelne Teilbebauungspläne daraus entwickelt werden sollen.

Und nicht zuletzt auf Drängen der GRÜNEN sind die ursprünglich überzogenen Investorenpläne für die Teilbebauung zwischen Bürgerhaus und Zähringerstraße (Projekt „Zähringer Tor/Turm, Ost“) zwischenzeitlich erheblich geändert und verbessert sowie die Gebäudehöhen (Turm) deutlich reduziert worden.

Nach den neuen heftigen und teilweise durchaus nachvollziehbaren Bürgereinwänden bei einer Veranstaltung der Interessengemeinschaft Zähringen und des Bürgervereins am 7. Juli, bei der die BaupolitikerInnen der grünen Fraktion wegen Terminüberschneidungen leider nicht teilnehmen konnten – was den Veranstaltern auch rechtzeitig übermittelt worden war – haben sich die GRÜNEN in mehreren internen Gesprächen mit der Verwaltung und in der anschließenden nicht-öffentlichen Bauausschusssitzung am 13. Juli erfolgreich dafür eingesetzt, dass in dem als baulich zu massiv empfundenen L-Bau entlang der Zähringer- und Tullastraße („Zähringer Tor/Turm, West“) auf ein Stockwerk verzichtet wird. Dies fand auch die Unterstützung fast aller Fraktionen im Bauausschuss, lediglich eine Fraktion hatte noch Bedenkzeit angemeldet – und dies war nicht die FDP-Fraktion.

„Vor diesem Hintergrund ist es äußerst seltsam, wie sich die Vertreterin der FDP im Bauausschuss öffentlich zu diesem Thema äußert“, so Stadtrat Friebis. „Ich würde mir von der Kollegin künftig etwas mehr Seriosität und Standfestigkeit erwarten, statt derart populistischer wie nebulöser Äußerungen.“

Friebis erwartet für die kommende Gemeinderatssitzung eine breite Mehrheit für die nun geänderte Planung westlich der Zähringerstraße, auch wenn die veränderte Planung nicht alle Wünsche der Einwender erfüllen kann. Doch sei an dieser Stelle sowohl aus städtebaulich-fachlicher Sicht wie auch aus gesamtstädtischem Interesse nach zusätzlichem Wohnraumangebot an einem zentralen und gut erschlossenen Standort eine kompakte städtische Bebauung mit zeitgemäßer Architektur richtig und vertretbar.

Hinsichtlich der künftigen Entwicklungen auf der Ostseite der Zähringerstraße wird die Unterstützung der grünen Fraktion für eine breite Bürgerbeteiligung zugesagt und eine weitere kritische Begleitung durch die grünen Bauausschussmitglieder angekündigt.