23. März 2011

Raus aus der Atomkraft! Fessenheim abschalten!

Kategorie: Klimaschutz

Pressemitteilung vom 23.03.2011


Harrisburg, Tschernobyl, Fukushima – die dramatischen Ereignisse in Japan müssten auch dem letzten Atomkraftbefürworter unmissverständlich vor Augen geführt haben: Diese Hochrisikotechnologie ist nicht beherrschbar und deshalb unverantwortbar! Die Laufzeitverlängerung der siebzehn deutschen AKW durch die schwarz-gelbe Bundesregierung muss deshalb umgehend zurückgenommen werden, die ältesten maroden Atommeiler sind sofort und dauerhaft stillzulegen und der Ausstieg aus der Atomenergie muss generell beschleunigt werden. Wir GRÜNEN und mit uns immer mehr Bürgerinnen und Bürger setzen sich dafür auf allen politischen und gesellschaftlichen Ebenen mit ganzer Kraft ein.

Gleichzeitig müssen wir aber auch den Ausbau erneuerbarer Energien und der effizienten Kraft-Wärme-Kopplung als Brückentechnologie beschleunigen sowie dem Thema Energieeinsparung noch mehr Bedeutung zumessen. Nur so ist das Ziel einer weltweit nachhaltigen Energieversorgung zu 100% aus erneuerbaren Energien bis zur Jahrhundertmitte erreichbar und die drohende Klimakatastrophe hoffentlich noch zu verhindern.

Dass es bei uns in der Region weit schneller gehen kann und muss, hat der Leiter des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme, Prof. Dr. Eicke Weber, Anfang dieser Woche eindrücklich dargestellt und mit dem Jahr 2020 eine sehr ehrgeizige, aber erreichbare Zielsetzung ausgegeben.

Dazu Stadträtin Edith Sitzmann, Mitglied des Umweltausschusses und Landtagsabgeordnete: „Wir haben den Ball sofort aufgegriffen und beantragt, dass die Gremien der Region Freiburg* noch im März darüber beraten, mit welchen konkreten Maßnahmen die Region bis zum Jahr 2020 auf 100% Ökostrom umsteigen kann.“ Die GRÜNEN schlagen u.a. die Einrichtung einer Arbeitsgruppe aus den drei Verwaltungen, KommunalpolitikerInnen, Institut für solare Energiesysteme, Öko-Institut, Energieagentur, badenova  und dem Verein Klimaschutzpartner am Oberrhein vor: Diese soll eine Strategie „100% Ökostrom-Region Freiburg bis 2020“ erarbeiten und der Mitgliederversammlung zur Beschlussfassung vorlegen.

Edith Sitzmann, Stadträtin und MdL

Helmut Thoma, Stadtrat und Zweitkandidat des grünen Landtagsabgeordneten für Freiburg-Ost, Reinhold Pix, ergänzt angesichts des nur wenige Kilometer von Freiburg entfernten ältesten französischen Schrottreaktors Fessenheim: „Da die Gefahren durch eine atomare Katastrophe nicht an den Staatsgrenzen Halt machen, haben wir darüber hinaus beantragt, auch die Themen Katastrophenschutzplan und schnellstmögliche Abschaltung des Uraltmeilers Fessenheim auf die Tagesordnung zu setzen.

Dass eine atomkritische und pro erneuerbare Energien orientierte Landesregierung bei allen genannten Zielsetzungen äußerst hilfreich wäre, davon sind nicht nur Sitzmann und Thoma fest überzeugt.

* Die „Region Freiburg“ ist eine politische Kooperation der Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald, Emmendingen und der Stadt Freiburg.