Rieselfeld ist und bleibt Naturschutz- sowie Natura 2000-Gebiet
Kategorie: Wohnen + LebenPressemitteilung vom 29.11.2011
Ausgewiesene FNP-Flächen für Wohnungsbau umsetzen statt unsinnige Phantomdiskussionen führen
Zu den Medienberichten über Gedankenspiele zur Bebauung des westlichen Rieselfeldes nehmen JF/DIE GRÜNEN Stellung:
„Die aktuell medienöffentlich geäußerten Vorstellungen einer Bebauung des westlichen Rieselfeldes entbehren jedweder fachlichen und politischen Grundlage“, so die Fraktionsvorsitzende von JF/DIE GRÜNEN, Maria Viethen. „Das bereits im Jahr 1995 als Naturschutzgebiet ausgewiesene und später als NATURA-2000-Gebiet in das europäische Schutzgebietssystem aufgenommene westliche Rieselfeld steht wegen seiner herausragenden ökologischen Bedeutung für den Natur-, Arten- und Landschaftsschutz weder zur Diskussion noch zur Disposition – nicht heute, nicht morgen und auch nicht in voraussehbarer Zukunft.“
Foto: Stadt Freiburg
Schon alleine aus naturschutzrechtlicher Sicht ist eine Auflösung des unter dem damaligen CDU-Regierungspräsidenten Dr. Conrad Schroeder ausgewiesenen Naturschutzgebietes und NATURA-2000-Gebietes völlig undenkbar – hat sich doch am Schutzzweck und an der ökologischer Wertigkeit seither nichts geändert. Im Gegenteil: dessen Bedeutung für den Natur- und Umweltschutz wurde zwischenzeitlich, u.a. durch umfangreiche Biotopentwicklungsmaßnahmen und naturpädagogische Elemente, weiter gestärkt.
„Statt völlig sinnlose Phantomdebatten über die Bebauung des Naturschutzgebietes Rieselfeld in den Medien loszutreten, sind Politik, Verwaltung und die Bürgerschaft aufgefordert, den unbestrittenen Bedarf an Wohnbauflächen in Freiburg durch eine zügige Umsetzung der im geltenden Flächennutzungsplan 2020 beschlossenen Wohnbauflächen bereit zu stellen“, so Stadtrat und Bauausschussmitglied Eckart Friebis. „Die dort ausgewiesenen Flächen für neue Baugebiete sowie die längst bekannten Potenziale der Innenentwicklung reichen für den absehbaren Wohnbauflächenbedarf bis 2020 bei weitem aus.“
Es dränge sich der Verdacht auf, dass mit dem völlig realitätsfremden Hinweis auf angeblich vorhandene große neue Wohnbauflächen im Außenbereich, wie etwa dem westlichen Rieselfeld, von der Notwendigkeit der politisch zwar konfliktiven, aus Sicht einer nachhaltigen Stadtentwicklung aber richtigen Strategie einer vorrangigen Innenentwicklung abgelenkt werden solle. Nicht nur mangels konkret zur Verfügung stehender geeigneter Außenbereichsflächen auf Freiburger Gemarkung sondern auch angesichts der zeitlichen Perspektive könne dies aber ohnehin keine realistische Alternativstrategie für die Bereitstellung der erforderlichen Bauflächen in den nächsten zehn Jahren sein.
Maria Viethen: „Wichtig ist jetzt, dass Verwaltung und Gemeinderat unter Beteiligung der Öffentlichkeit die vorhandenen Innenentwicklungspotenziale sowie die bereits im Flächennutzungsplan ausgewiesenen Wohnbauflächen zügig aktivieren und auch weitere Maßnahmen für den Zubau und den Erhalt erschwinglichen Wohnraums ergreifen. Die Grundlage dafür ist ein interfraktioneller Antrag aller Gemeinderatsfraktionen vom Oktober 2011, der ein umfassendes wohnungspolitisches Handlungskonzept zum Ziel hat, das im Laufe des kommenden Jahres vom Gemeinderat beschlossen werden soll.“





