08. Juni 2012

Vollanschluss für Stadttunnel eröffnet neue Chancen

Pressemitteilung vom 06.06.2012


Was die GRÜNEN bis vor wenigen Wochen noch als „Hoffnung“ bezeichnet hatten, ist nun erfreulicher Weise zur Gewissheit geworden: der Stadttunnel wird bei Maria-Hilf am sog. Ganterknoten einen Vollanschluss erhalten. Dafür hatten wir uns schon seit langen Jahren eingesetzt und das Thema immer wieder in die politische und verkehrsfachliche Diskussion eingebracht.

„Mit dem von RP und Stadt gefundenen, verblüffend einfachen Umweg über eine künftige verkehrsrechtliche Einstufung der B 31 als Stadtautobahn („aus gelben werden blaue Schilder“) wird dieser Vollanschluss mit Unterstützung von Land und Bund jetzt möglich und von letzterem in Bau und Unterhaltung finanziert“, so Tilo Buchholz, Mitglied im Verkehrsausschuss. „Damit ist ein Riesenfortschritt erreicht!“

Doch die alles entscheidende Hürde stehe erst noch bevor: Die Einstufung des zweiröhrigen Stadttunnels bei der für 2013/14 anstehenden Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans in den vordringlichen Bedarf sowie die konkrete Finanzierungszusage des Bundes. Dazu brauche es die engagierte Unterstützung aller politischen Akteure aus der gesamten Region!
Foto: Helmut Thoma

Was bringt der jetzt erreichte Vollanschluss (d.h. der Möglichkeit bei Ganter jeweils in beide Richtungen in den Tunnel ein- bzw. auszufahren) gegenüber dem bisherigen Halbanschluss?

Fraktionsgeschäftsführer Eckart Friebis bringt es auf einen kurzen Nenner: „Diese optimierte Tunnelanbindung bedeutet, dass der trotzdem noch immer oberirdisch verbleibende (vor allem PKW-) Verkehr in noch weitergehenderem Umfang unter die Erde verlagert und gebündelt werden kann – und eine zusätzliche Verkehrsberuhigung entlang der Dreisam und der Schwarzwaldstraße möglich macht.“

Nach Angaben des RP wäre dadurch das Verkehrsaufkommen je nach Straße nochmals um bis zu ein Drittel geringer als bei einem Halbanschluss. Und allein dieser würde laut Prognose bereits eine Verkehrsreduktion zwischen 45 bis 65% auf Schwarzwald- und Dreisamuferstraßen erbringen und vor allem den extrem belastenden LKW-Durchgangsverkehr fast vollständig in den Untergrund verbannen.

Friebis: „Zudem sind wir davon überzeugt, dass nach Inbetriebnahme des Stadttunnels durch entsprechende Straßenrückbau- und Verkehrsberuhigungsmaßnahmen auf den oberirdisch verbleibenden Strecken ein nochmaliger Rückgang der Verkehrszahlen durch weitergehende Kfz-Verlagerung in den Tunnel erreichbar ist.“

Neben einer Reduzierung von Lärm, Abgasen, Erschütterungen, Unfallgefahren und nervenden Blechlawinen, die vor allem den heute stark belasteten direkten AnwohnerInnen sowie den FußgängerInnen und RadfahrerInnen zu Gute käme, könnten sich auch ganz neue Entwicklungschancen für die angrenzenden Quartiere und die Gesamtstadt eröffnen:

Freiburg würde damit wirklich zur „Stadt am Fluss“ durch eine Öffnung zum Natur- und Naherholungsraum Dreisam, die Trennungswirkung der verkehrlich hochbelasteten Schwarzwaldstraße würde stark vermindert, neue stadträumliche Aufenthaltsqualitäten bis hin zur Neugestaltung des heute unattraktiven Bereichs um die Schloßbergnase wären möglich.

Das alles werde aber kaum vor Ende des Jahrzehnts in die Realisierungsphase kommen, sind doch die Verfahren genauso aufwändig wie langwierig und die Finanzen auf allen Ebenen knapp. Es bleibe also noch hinreichend Zeit für eine Konkretisierung der angedeuteten Entwicklungsperspektiven, selbstverständlich mit breiter Beteiligung der Bürgerschaft.

Doch eines darf laut Buchholz dabei nicht vergessen werden: „Wir müssen uns auch weiterhin kreativ und konstruktiv damit befassen, wie das schwere Los der AnwohnerInnen der verkehrsreichen Dreisamuferstraßen bis zur Inbetriebnahme des Stadttunnels zumindest ansatzweise erträglicher gemacht werden kann.“