Klimaschutz


Gutes Klima für die Energiewende: Die Zukunft ist grün!


Eine tolle Belohnung für die engagierte Freiburger Umwelt- und Klimaschutzpolitik war die Verleihung des Titels „Klimahauptstadt Deutschlands“ Ende 2010 durch die Deutsche Umwelthilfe. Das ist für uns Bestätigung und Verpflichtung zugleich, weiterhin für eine ökologisch, ökonomisch und sozial verträgliche Stadtentwicklung zu streiten – denn trotz aller Erfolge bleibt noch viel zu tun.

Klimaschutzbilanz macht Mut
Die jüngste Freiburger Klimaschutzbilanz zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die auf unseren Vorstoß hin verschärfte Zielsetzung des Gemeinderates, die CO2-Emissionen bis 2030 um 40% gegenüber 1992 zu verringern, war schon 2009 fast zur Hälfte erfüllt: 18,5% weniger Emissionen insgesamt – pro Kopf lag die Reduzierung sogar bei 25,6%.

Dazu beigetragen haben viele Einzelmaßnahmen von Stadtverwaltung und Wirtschaftsunternehmen, von Initiativen und Freiburger BürgerInnen. Wenn wir diese Anstrengungen noch einmal verstärken, sollte es möglich sein, die 40%-Marke schon 2020 – d.h. zehn Jahre früher – zu erreichen. Bund und Land müssen dabei helfen: mit einer deutlichen Verbesserung der energiepolitischen Rahmenbedingungen und Fördermöglichkeiten – vor allem zur energetischen Gebäudesanierung.
Foto: Helmut Thoma

Aber dabei soll es nicht bleiben. Unsere Frage lautet: Wie kann Freiburg den CO2-Ausstoß bis Mitte des Jahrhunderts gegen Null reduzieren? Antworten darauf wird bis Ende 2011 eine Studie des Öko-Instituts mit Szenarien für Bereiche wie Energieerzeugung, Konsum, Gebäude oder Verkehr geben. Mit Spannung erwarten wir die Ergebnisse, denn die Weichen für ein klimaneutrales Freiburg 2050 müssen 2012 gestellt werden. Schon jetzt scheint klar: eine zentrale Rolle wird der Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung spielen, der auf unsere Initiative hin im „Masterplan Energieeffizienz“ entwickelt wird und demnächst vorliegt.

Die Energiewende geht voran
Eine flächenmäßig begrenzte Großstadt wie Freiburg kann die Wende zu 100% erneuerbaren Energien im Wärme-, Strom- und Verkehrsbereich nur in enger Kooperation mit dem Umland erreichen. Denn nur dort gibt es ausreichende Standortoptionen für Windmühlen, Biomasseanbau, Biogasanlagen, Geothermie oder Wasserkraft, mit denen eine möglichst vollständige Versorgung der Region durch regenerative Energien gelingen kann. Die Voraussetzungen sind da: Unter dem Eindruck von Fukushima signalisieren die potenziellen Partner eine neue Offenheit, die wir nun gemeinsam für die Beschleunigung der regionalen Energiewende nutzen wollen. Die positiven Effekte im Alltag sind schon jetzt unübersehbar.

Beispiel Badenova
Der regionale Umwelt- und Energiedienstleister, der zu 100% den Kommunen gehört, liefert seit 1.1.2011 allen Privatkunden reinen Ökostrom ohne Aufpreis! Wenig mehr bezahlt, wer mit dem Wahltarif „Regiostrom aktiv“ auch den Ausbau erneuerbarer Energien in unserer Region fördern möchte. Und dank der „business öko“-Tarife können sich seit Mitte 2010 nun auch die Industrie und das Gewerbe für grünen Strom und Klimaschutz entscheiden. So wie die VAG: Ihre Straßenbahnen fahren auf unsere Initiative jetzt mit reinem Ökostrom! Und badenova geht weiter voran: 90 Mio. Euro sollen allein in neue Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energie investiert werden.
 
Beispiel Solarenergie
Auf der Abfalldeponie Eichelbuck im Mooswald wird gerade die größte Solaranlage Freiburgs gebaut: Fotovoltaikmodule auf einer Fläche von zweieinhalb Fußballfeldern werden künftig umweltfreundlichen Ökostrom für 1.000 Freiburger Haushalte liefern.

Beispiel Windkraft
Nachdem die neue Landesregierung die Blockadepolitik ihrer Vorgänger aufgehoben hat, stehen Freiburg und die Region mit neuen Standorten parat. Schon eine einzige moderne Windmühle am Schauinsland kann den Jahresstrombedarf aller Haushalte im Rieselfeld decken und jährlich 10.000 Tonnen CO2 vermeiden! Die Realisierung sollte über Bürgerwindradprojekte erfolgen, an denen sich alle finanziell beteiligen und von den Erlösen profitieren können.

Rote Karte für Fessenheim
Nach Fukushima sollte allen klar sein: Auch Fessenheim muss schnellstmöglich vom Netz! Wir haben Resolutionen zur Stilllegung der Uralt-Meiler erfolgreich in kommunale und regionale Gremien eingebracht. BürgerInnen und kritische Fachleute beidseits des Rheins machen weiter Druck: Keine Laufzeitverlängerung sondern Abschalten der Schrottreaktoren jenseits und diesseits der Grenze!


Klimaschutz ... 

…mit dem SC-Ticket
Im Herbst 2010 hatten wir es vorgeschlagen, seit der neuen Spielzeit ist es Realität: Das SC-Ticket gilt nicht nur in Freiburg, sondern auch in den angrenzenden Landkreisen als ÖPNV-Freifahrschein. Für Fans gibt’s jetzt keine Ausrede mehr: Je mehr das Angebot nutzen, desto mehr freuen sich die Umwelt und die autogeplagten AnwohnerInnen rund ums Stadion.

…mit dem Umweltverbund
Wer Rad fährt, zu Fuß geht oder den ÖPNV nutzt, vermeidet CO2, reduziert Lärm und sorgt für weniger Blech im öffentlichen Raum. Deshalb bauen wir den ÖPNV weiter aus: Der Bau der Stadtbahnverlängerung Richtung Gundelfingen hat bereits begonnen, die Linie über den Rotteckring in die westlichen Stadtteile zur Messe folgt 2012. Auch für die Velofahrer soll sich vieles verbessern: Das Radverkehrskonzept 2020, das auch die Ausweisung von Fahrradstraßen und neue Radwege vorschlägt, wird gerade fertig gestellt. Und für den Fußgängerverkehr haben wir interfraktionell bereits ein Konzept „Barrierefreie Innenstadt“ beantragt.

...mit Messer und Gabel
Wie das gehen soll? Ganz einfach: Würden alle Freiburger an einem Tag pro Woche auf Fleischkonsum verzichten, hätte das eine CO2-Reduktion von rund 28.000 Tonnen zur Folge. Das sind mehr als 1,5% des jährlichen Gesamtausstoßes – und wäre ein Riesenschritt zur Erreichung der Freiburger Klimaschutzziele. Zur Erinnerung: Allein durch die Fleischproduktion werden 18% der weltweiten Treibhausgasemissionen verursacht.

Kulinarischer Klimakiller Nr. 1 ist Rindfleisch: Um auf die CO2-Jahresbilanz einer Kuh zu kommen, müsste ein PKW 14.000 Kilometer fahren. Deshalb: freiwillig auf Fleisch verzichten und einen Veggie-Tag einlegen! Auch Kantinen, Mensen und Restaurants können mitmachen – indem sie ihr Angebot an vegetarischen Gerichten erhöhen und Werbung dafür machen. 

Interesse? Mehr Infos zum Veggie-Tag gibt’s unter www.mahl-vegetarisch.de

 

Weitere Öko-Tipps gefällig? 
Energie sparen, Klima schützen, Natur erhalten: Was kann ich im Alltag dafür tun?
 Tipps gibt’s beim BUND unter www.bund.net/oekotipps und bei der Stadt unter www.co2libri.freiburg.de