Kultur
E-Werk Freiburg: Wachgeküsst
Wer nun der Prinz war, ist nicht ganz geklärt. Tatsache aber bleibt: das E-Werk ist aus seinem Dornröschenschlaf erwacht.
Nachdem wir das Glück hatten, gleichzeitig Gelder aus dem sogenannten Konjunkturpaket und eine nicht abgerufene Investitionsförderung des Landesarbeitskreises Soziokultur (LAKS) zu ergattern, geht es mit dem E-Werk voran.
Neben den unvermeidlichen Brandschutzmaßnahmen werden das Treppenhaus zum Foyer und die großen, blinden Fenster zur Eschholzstraße wieder geöffnet. Licht flutet in die dunklen Gemäuer, und es tun sich wahrhaft schöne Durch- und Ausblicke auf. Nun gibt es auch eine direkte Verbindung zwischen den Veranstaltungsräumen und der Gastronomie, einen Aufzug und neue sanitäre Anlagen.
Nicht alles, aber vieles wird gut. Die grüne Fraktion hat dazu im Doppelhaushalt den Antrag gestellt, den laufenden Zuschuss für das E-Werk jährlich um 70.000 Euro zu erhöhen. Und wir haben eine Mehrheit gefunden! Jetzt muss es strahlen, das Dornröschen, und beweisen, was für aufregende und sinnstiftende Ereignisse ein soziokulturelles Zentrum für den Stühlinger und ganz Freiburg produzieren kann.
Kunst und Ökologie: Das gute Leben
Was macht Freiburg so unverwechselbar? Was zieht so viele Menschen an und lässt sie gerne hier leben? Sicherlich, die schöne Landschaft, das Klima, die Nachbarschaft zu Frankreich und zur Schweiz. Aber es ist auch das Gefühl, im Zeitalter der Globalisierung
einen Schritt außerhalb der Zeit zu liegen, nicht nur wirtschaftliche Erfolge anzustreben, sondern eine Ahnung davonzu haben, wie sich das „gute Leben“ anfühlt.
Foto: Helmut Thoma
Die Menschen davon zu überzeugen, dass ein Leben ohne Vernichtung der natürlichen Ressourcen möglich ist, heißt vielleicht, Verzicht zu predigen. Es heißt aber auch, die Augen dafür zu öffnen, dass weniger manchmal und immer öfter auch „mehr“ bedeuten kann. Vor allem ein Mehr an Lebensqualität. Um die Herausforderungen des Klimawandels und der Globalisierung zu meistern, wird jeder von uns sein ganz privates Leben ändern müssen.
Das ist nicht durch Vorschriften oder technische Normen zu bewerkstelligen, sondern ist ein zutiefst kulturelles Projekt. Unsere Gemeinderatsfraktion versucht, im „Grünen Salon“ Bewusstsein zu schaffen für diesen Prozess und Impulse zu geben für ein kulturelles und ökologisches Umdenken.








